Der große Frittier- & Friteusen-Test

Was ist eigentlich besser? Eine Heißluftfriteuse, Kaltzonenfriteuse oder lieber ganz klassisch frittieren mit Öl? Wir haben den ultimativen Test gemacht.

Frittiertes

Servier-Geschirr von James Martin Gastro


Der große Frittier- & Friteusen-Test in der Übersicht


Friteusenvergleich: Welche Friteusen gibt es?
Der große Frittier-Test
Welche Friteuse eignet sich am besten?
Das waren unsere Frittier-Experimente


Wenn es ums Frittieren geht, scheiden sich die Geister oder zumindest das eigene Gewissen. Einerseits läuft einem bei dem Gedanken an Frittiertes schon mal das Wasser im Munde zusammen, andererseits gilt es als zu fettig, zu kalorienlastig und überhaupt als ungesund.


Doch was kann man eigentlich alles frittieren? Pommes kann jeder, ein Marsriegel ist schon ausgefallen, aber hast du schon mal Gummibärchen, Salzstangen oder M&Ms frittiert?


Wir haben uns der Herausforderung angenommen und alles Mögliche in Fett frittiert. Um die guten Vorsätze nicht ganz zu ignorieren, haben wir die herkömmliche Friteuse mit einer Heißluftfriteuse verglichen. Letztere ist derzeit ja in aller Munde und sehr beliebt.


Dieser beiden Fragen haben wir uns angenommen:


  • Was kann man fritieren bzw. was sollte man besser nicht fritieren?
  • Was macht mehr Spaß: Heißluft oder Standard?


[zurück nach oben]


Fritteuse von Klarstein

Fritteuse (Klarstein)


Friteusenvergleich: Welche Friteusen gibt es?


Im Grunde gibt es drei verschiedene Friteusentypen:


  • Standard-Friteuse mit Öl
  • Kaltzonenfriteuse mit Öl
  • Heißluftfriteuse ohne Öl


Standard- & Kaltzonenfriteuse


Herkömmliche Fritteusen werden mit Öl oder Fett betrieben. Bei diesen Modellen befindet sich das Heizelement an der Unterseite des Geräts und der Behälter wird von außen beheizt. Bei einer sogenannten Kaltzonenfritteuse wird auch mit Öl frittiert, aber das Heizelement befindet sich direkt im Frittierbehälter.


Dadurch entsteht unterhalb des Heizelements eine Kaltzone, in der sich das Fett auf ungefähr 70° erhitzt. Reste und Krümel, die sich dort sammeln, verbrennen so langsamer und reduzieren die Bildung von Acrylamid.


Für unseren Test haben wir die Kaltzonenfriteuse Vita-Spin von Gastroback verwendet. Das Besondere an unserem Modell ist der integrierte „Schleudergang”, der dein Essen von überschüssigem Fett befreit.


Kaltzonen-Friteuse von Gastroback

Kaltzonen-Friteuse Vita-Spin von Gastroback


Heißluftfriteuse


Kommen wir zu Kandidat Nr. 2. Hier haben wir uns die Heißluftfritteuse AirVital von Klarstein ausgesucht. Aber was ist eine Heißluftfritteuse überhaupt? Eine Heißluftfritteuse kommt (fast) komplett ohne Fett aus und gilt deswegen als gesündere Alternative. Das Prinzip ist ähnlich wie bei einem Backofen mit Umluft mit dem Unterschied, dass das Frittiergut durch einen ständig rotierenden Luftstrom erhitzt wird.


Ist das alles also nur heiße Luft? Ja und nein. Tiefgekühlte, vorfrittierte Pommes z.B. gelingen perfekt. Doch auch Pommes aus frischen Kartoffeln mit ein paar Spritzern Öl werden super lecker – den richtigen Imbissbuden-Geschmack kannst du in dem Fall allerdings nicht erzeugen.


Wenn du aber auf zu viele Kalorien verzichten möchtest oder musst, ist eine Heißluftfriteuse eine ideale Alternative, denn die Pommes werden auf jeden Fall knusprig – auch ohne Fett.


Welcher Gerätetyp eignet sich denn nun besser? Das haben wir uns auch gefragt und haben die Kaltzonenfriteuse gegen ein Heißluftmodell antreten lassen.


[zurück nach oben]


Heißluftfriteuse von Klarstein

Heißluftfriteuse Airvital von Klarstein

Der große Frittier-Test


Wir waren ein wenig fies und haben die Friteusen einem Härtetest unterzogen. Hierbei haben wir Sachen frittiert, die nicht unbedingt frittiert werden sollten, und haben die Friteusen entgegen der Herstellerangaben mit flüssigem Ausbackteig gefüttert. Und was sollen wir sagen? Beide haben sich überraschend gut geschlagen!


Gesundheit

Hier ist eindeutig die Heißluftfriteuse die Gewinnerin. Man muss jedoch beachten, dass Pommes „ohne Fett” einfach nicht genauso schmecken wie in Fett frittierte bzw. vorfrittierte Ofenpommes, die man auch mit Heißluft wunderbar hinkriegt.


Der „Schleudergang” des Gastroback-Modells hilft, ein gutes Stück überschüssiges Fett loszuwerden (und jede Menge Küchenpapier fürs Abtropfen einzusparen).


Geruch

Fett stinkt! Da man in der Heißluftfritteuse kaum oder kein Fett braucht, riecht es natürlich viel weniger. Der Geruchsfilter der Fett-Fritteuse hilft sehr. In unserem Test mussten wir aber eher im „offenen Topf” frittieren, damit nichts anbackt.


Geschmack / Knusperfaktor

Den wirklichen Imbiss-Geschmack gibt es nur mit einer Fettfriteuse - Punkt. Vorfrittiertes aus der Heißluftfriteuse schmeckt super, ist aber genauso gesund oder ungesund wie aus dem Ofen.


Fritteuse mit Korb (Gastroback)


Reinigung / Zeitaufwand / Handhabung

Wie beim Geruch lag hier natürlich das Heißluftmodell vorn. Je nachdem was man zubereitet, muss man die Heißluftfriteuse ggf. nur auswischen. Bei der Kaltzonenfriteuse stehen Fett-Abkühlen (und ggf. Filtern), Fett Umfüllen und Entsorgen sowie Putzen der Friteuse an.


Zum Glück lässt sich unser Testmodell leicht auseinandernehmen und reinigen. Nur bei Ausbackteig (vom Hersteller nicht empfohlen) bekommt man Probleme mit dem Korb und insbesondere dem Schleuderteil.


Kosten

Neben den von uns getesteten Modellen kannst du bei Wayfair.de durchaus Fett-Friteusen für unter 30€ kaufen. Heißluftfriteusen findest du bei uns ab ca. 50€ aufwärts. Im Schnitt sind Heißluftfriteusen also einen Ticken teurer als ihre fettigen Kollegen.


Ausbackteig

Laut Bedienungsanleitung sind beide Friteusen nicht für die Verwendung von Ausbackteig geeignet. Wir haben es trotzdem versucht und mussten damit leben, dass wir bei der Reinigung der Kaltzonenfriteuse einen erheblichen Mehrwaufwand hatten.


Trotzdem hat es vor allem mit der Gastroback-Friteuse gut funktioniert, wobei wir aber teilweise am offenen Topf frittieren mussten, da die Gefahr des Anbackens bei etwas schwereren Lebensmittel anderenfalls zu groß war.


In der Klarstein-Friteuse gab es diese Probleme nicht (gerade weil wir Backpapier verwendet haben), jedoch ist der Teig erwartungsgemäß einfach zerlaufen (einzige Ausnahme war der Burger, der überraschend gut geworden ist).


[zurück nach oben]


Burger und Pommes (Gastroback)


Fazit:

Wenn es ums tatsächliche Frittieren (Falafel, Pommes, Marsriegel) geht, liegt die Fett-Friteuse klar vorn. Die Vorteile der Heißluftfriteuse erkauft man sich durch das fehlende Imbiss-Aroma. Fett ist nun mal Geschmacksträger. Imbiss- und Pommes-Fans sollten deshalb zur Gastroback greifen, Speisen werden mit und ohne Teig knusprig und lecker. Etwas mehr Aufwand hat man bei der Reinigung des Geräts und ganz ohne Geruchsbildung geht es nicht.


Gesundheitsbewußte oder wer nicht immer den großen Heißluftofen anschmeißen mag, findet in der Klarstein eine sehr gute Alternative. Denn was wir beim weiteren Rumspielen mit den Geräten festgestellt haben ist, dass die Heißluftfritteuse einfach klasse ist, wenn man sie eher als Tischbackofen/-grill betrachtet. Denn von “leicht anderen” Pommes über Aufbackbrötchen, selbstgemachter Pizza bis zum knusprigen Hühnchen ist alles möglich.


[zurück nach oben]


Frittiergut & Heißluftfriteuse AirVital von Klarstein


Das waren unsere Frittierexperimente


Baumkuchen:

  • Mit Abstand der Gewinner der Fritierschlacht
  • Super saftig und lecker
  • Wir haben bis auf eine Seite die Schokolade abgeschnitten vorm Frittieren


Salzstangen:

  • Überraschend lecker und fluffig
  • Werden “gummiartig” und “schmecken wie altes Brot, aber lecker”
  • Unbedingt warm genießen!


Rotkohl:

  • Sehr bitterer Nachgeschmack
  • Wer auf bitter steht, wird es mögen


Frittierter Burger im Ausbackteig


Eier (gekocht/gebraten):

  • Spiegelei im Teig: toll in der Heißluft, wird knusprig, optisch gewöhnungsbedürftig
  • Gekochtes Ei: in der Kaltzonenfriteuse super lecker – warm und kalt


Chickenburger / Klappstulle:

  • In der Kaltzonenfriteuse zu wenig Platz, mussten beide halbiert werden
  • Burger gelang besonders gut in der Heißluftfriteuse
  • Die Stulle konnte geschmacklich nicht überzeugen (lag wohl an dem fehlenden Speck)


Saure Gürkchen:

  • “Schmeck wie warme Gurke”
  • Hat etwas an Biss verloren
  • Empfehlung: Gurke in lange, dünne Scheiben schneiden und mit Teig ummanteln


Harzer Käse:

  • Schwierig, da er schnell zerläuft
  • Kombination aus flüssigen Käse und Teig ist sehr lecker
  • Sehr gewöhnungsbedürftig – Harzer mag halt nicht jeder



Gummibärchen:

  • Absolutes Desaster: zerlaufen und werden extrem heiß


M&Ms:

  • Ziemliche Sauerei wegen der zerlaufenen Farben, anschließend stand ein Ölwechsel an


Mars / Snickers:

  • Der Klassiker!
  • Die Konsistenz ist Geschmackssache
  • Sehr lecker, wobei Snickers aufgrund der Nüsse noch etwas besser schmeckt als der Klassiker Mars


[zurück nach oben]


Alles rund ums Frittieren


Wenn wir dich doch neugierig gemacht haben und du nun selbst so richtig mit dem Frittieren loslegen willst, haben wir hier vier wertvolle Tipps rund ums Thema Frittieren und Friteusen für dich zusammengestellt.


Frittier-Tipp 1: Der beste Frittierteig
Frittier-Tipp 2: Die Panade - Wie paniert man richtig?
Frittier-Tipp 3: Welches Öl eignet sich als Frittieröl?
Frittier-Tipp 4: Speiseöl entsorgen

ServerT:0.8353168964386