Kräuter richtig ernten und sinnvoll verwerten

Was du bei der Kräuterernte beachten solltest und was du aus deinen Kräutern Schönes zaubern kannst

Damit du dieses Jahr das Beste aus deinem Balkon und Garten holst, zeigt dir Die Stadtgärtner, wie du Kräuter richtig pflanzt und was du Tolles mit diesen machen kannst wie bspw. Kräutersalz und Kräuteröl. Sei also gespannt!




Wer viel in der Küche hantiert, weiß die verschiedenen Geschmacksnoten der frischen Kräuter beim Kochen zu schätzen. Nur durch die würzige Note wird ein Gericht im Handumdrehen zu etwas ganz Besonderem. Und auch als Teekraut oder für erfrischende Limonaden sind Kräuter ein Genuss!


Wenn du Kräuter bei dir anbauen willst, kannst du entweder bereits vorgezogene Jungpflanzen aus dem Gartencenter oder vom Markt kaufen oder die Kräuter selbst aus Saatgut ziehen. Dafür brauchst du nicht zwingend einen Garten. Auch auf dem Balkon oder der Fensterbank gedeihen die Gewürzpflanzen ganz wunderbar.


pflege der kräuter ist das a und o


Damit deine Kräuter sich bei dir wohlfühlen und damit du lange Freude an ihnen haben wirst, solltest du ein paar Sachen beachten. Zunächst einmal musst du den richtigen Standort bestimmen, indem du dich über die Ansprüche des Krautes an Wärme und Licht informierst. Auch Ansprüche an den Boden und wie viel dein Kraut gegossen werden muss, solltest du wissen. Hast du das alles beachtet, ist die perfekte Grundlage geschaffen. Nun ist nur noch die richtige Pflege entscheidend, damit sich deine Kräuter auch noch lange bei dir wohlfühlen.


Die richtige Pflege meint vor allem: die richtige Ernte.


Denn Ernten heißt auch Zurückschneiden und wer dies richtig macht, sorgt längerfristig auch für ein gesundes Wachstum und hält die Pflanze fit. Wann und wie du deine Kräuter ernten kannst, haben wir dir deshalb für einige Kräuter zusammengefasst:


Bergbohnenkraut


Das Bergbohnenkraut ist eigentlich fast das ganze Jahr über erntereif. Hier ist die Devise: Ernte immer so viel wie du benötigst, denn das Kraut schmeckt am allerbesten frisch! Bediene dich der zarten Triebe und schneide die Pflanze nie bis in den hölzernen Teil zurück. Sonst besteht die Gefahr, dass die Pflanze keine neuen Triebe mehr ausbildet.


Möchtest du Bergbohnenkraut konservieren, ist der perfekte Zeitpunkt für einen kompletten Rückschnitt direkt nach der Blüte. Bergbohnenkraut lässt sich trocknen, ohne viel an Aroma einzubüßen.


Dill


Etwa 1-2 Monate nach der Aussaat und ab einer Wuchshöhe von 15-20 cm kannst du deinen Dill ernten. Am schmackhaftesten sind die Dillspitzen, die du je nach nach Bedarf immer mit einer Länge von etwa 15 cm frisch abschneiden kannst. Solltest du bei der Ernte einmal zu übermütig gewesen sein, kannst du den geernteten Dill in ein Glas Wasser stellen und ihn so noch 1-2 Tage frisch halten. Auch eingefroren hält sich das Aroma sehr gut und lange.


Wächst dein Dill bei dir zu ausladend, kannst du ihn auch in der Erntezeit zwischendurch noch ausdünnen, indem du die kleineren Triebe aus der Erde ziehst.


Dein Dill blüht? Freu dich! Denn das bedeutet nur, dass das Aroma der Triebspitzen noch ausgeprägter ist. Außerdem sind die Blüten optisch ein prächtiger Hingucker sowohl in deinem Beet als auch in der Vase - vorausgesetzt, du stehst auf wilde Blumensträuße!


kräuterboxen von die stadtgärtner


Kerbel


Ernte vom Kerbel einfach immer so viel, wie du gerade benötigst. Die Haupterntezeit liegt zwischen Mai und September. Frisch schmeckt er am allerbesten! Und: Sei wachsam! Entdeckst du Blütendolden an deinem Kerbel, solltest du diese sofort abschneiden, bevor sie sich ausbilden können.


Blüht dein Kerbel erst einmal, ist er nämlich nicht mehr genießbar. Aber kein Grund zum Ärgern! Steht die Vollblüte an, kannst du dich an den hübschen, zarten, weißen Blüten erfreuen und den Kerbel einfach “machen lassen”. Lässt du ihn nämlich über Winter in deinem Beet stehen und nimmst ihn erst im Frühjahr aus der Erde, wird er sich mit Sicherheit ganz von selbst neu aussäen.


Koriander


Am schmackhaftesten sind die jungen Blätter der Korianderpflanze, die du ab Juni ernten kannst. Wenn du regelmäßig die feinen Blätter von oben nach unten abpflückst, zögerst du durch diesen sogenannten “Pflegeschnitt” auch gleichzeitig die Blütezeit heraus und kannst dich länger an den Blättern laben.


Die Frage ist nur: Willst du das? Denn nach der Hauptblütezeit im Juli/ August bildet Koriander grüne Knoten an den Blüten - und die sind reine Geschmacksgranaten! Noch nie probiert? Das ist nicht verwunderlich, denn die stecknadelgroßen Samen gibt es nur getrocknet zu kaufen und sind eher unbekannt. Wetten, du wirst nicht genug davon kriegen können? Zupfe sie einfach von den Stängeln ab und zerquetsche sie mit einem Mörser oder ähnlichem und dann ab damit in dein Essen. Du wirst begeistert sein!


Liebstöckel


Sobald dein Maggikraut eine Höhe von etwas 20 cm erreicht hat, was Anfang Mai der Fall sein sollte, kannst du das erste Mal Ernte einfahren. Dabei solltest du dir immer die zarten Seitentriebe schnappen, denn die sind am aromatischsten. Schneide diese ruhig kurz oberhalb des Bodens ab.


Deine regelmäßige Ernte fungiert auch bei Liebstöckel als hervorragender Pflegeschnitt. Durch die Entfernung der seitlichen Triebe gelangt nämlich mehr Kraft in den Haupttrieb, der massiv gestärkt wird und schnell an Höhe gewinnt. Der Erntezeitraum ist bei Liebstöckel relativ kurz. Sobald die Pflanze Anfang Juli anfängt zu blühen, solltest du die Ernte einstellen.


frische kräuter aus dem eigenen garten


Majoran


Schon 2 - 3 Monate nach der Direktsaat Mitte Mai ist der Majoran bereit zur Ernte. Wie jedes Würzkraut schmeckt auch Majoran am allerbesten frisch und sollte deshalb immer nach Bedarf geerntet werden. Zwar hält sich Majoran zur Not auch einige Tage, aber bei jeder noch so kleinen Berührung wird Aroma eingebüßt.


Wichtig bei der Ernte: Keine einzelnen Blätter abrupfen, sondern ganze Stängel abschneiden - und zwar immer nur das obere Drittel des Triebes. Den Beschnitt steckt die Pflanze gut weg und wächst zunehmend buschig nach, indem sie neue Triebe ausbildet. Entgegen allen Irrglaubens kann Majoran auch noch während der Blüte geerntet werden. Wenn du allerdings eine größere Menge ernten willst, um diese zu trocknen, solltest du kurz vor der Blüte zuschlagen. Zu dem Zeitpunkt enthält die Pflanze die meisten ätherischen Öle und ist besonders schmackhaft!



Petersilie


Petersilie kannst du so lange ganzjährig ernten, bis sie im 2. Jahr zum Sommer hin anfängt zu blühen. Dann bildet sie giftiges Apiol, was gesundheitsschädlich ist und du solltest mit der Ernte aufhören. Schneide oder zupfe immer von außen die Blätter samt Stiele ab. Sei vorsichtig, dass du nie das Herz, also das Wuchszentrum der Pflanze verletzt. Das Herz beschreibt den dicken Hauptstiel, von dem aus sich immer neue Triebe ausbilden.


Rosmarin


rosmarin blätter abziehen


Rosmarin kann eigentlich das ganze Jahr über geerntet werden. Als idealen Zeitpunkt bietet sich ein warmer, sonniger Vormittag an. Jetzt ist der Gehalt an ätherischen Ölen in den Blättern am höchsten und der Geschmack somit am intensivsten. Schneide einfach 1-⅔ der Triebe mit einem scharfen Messer oder einer Gartenschere ab. Im Nachhinein kannst du die kleinen Blätter problemlos von den Stängeln abziehen.


Gerade im Winter: auf keinen Fall ganz abmähen! Lasse immer ein paar junge Triebe stehen, damit die Pflanze nicht eingeht. Im Frühjahr solltest du den Strauch einmal ganz abernten, damit er nicht verholzt und neu austreiben kann.


Salbei


Ernte bedeutet oft auch “Pflegeschnitt”, so auch beim Salbei. Wenn du dich in der Erntezeit zwischen Mai und Ende August regelmäßig an den jungen Trieben des Salbeis bedienst, unterstützt du die Pflanze gleichermaßen beim weiteren Wachstum. Aber Vorsicht! Du solltest niemals die verholzten Teile abschneiden. Aus denen treibt dein Salbei im Frühjahr wieder aus. Spätestens Ende August solltest du deinen Salbei das letzte Mal für dieses Jahr beschneiden. Nur so können die Schnittwunden noch vor dem ersten Frost wieder abheilen. Deine letzte Ernte kann aber ruhig großzügig ausfallen, denn überschüssige Blätter können einfach getrocknet und so für den Winter konserviert werden.



Thymian


Die ideale Erntezeit von Thymian hängt mit dem Gehalt an ätherischen Ölen in der Pflanze zusammen. Am besten ist es, wenn du Thymian erntest, kurz bevor er blüht, denn die Blüten entziehen der Pflanze viel Kraft. Der Zeitpunkt wird angekündigt, wenn der Thymian viele Knospen am Strauch hat. Auch die Tageszeit spielt eine Rolle. Ideal ist die Ernte am Morgen, da die ätherischen Öle sich zum Mittag in der Sonne verflüchtigen und erst nach Sonnenuntergang wieder nachgebildet werden.


So viele tolle Kräuter wachsen vor deiner Nase! Und so viele Möglichkeiten gibt es, sie auch neben der frischen Verarbeitung noch weiter zu gebrauchen. Wie wäre es also mit...


...einem leckeren Kräutersalz?



Kräutersalz lässt sich sowohl aus frischen als auch aus getrockneten Kräutern herstellen. Weil das Salz die Kräuter konserviert, ist es mehrere Monate haltbar. Der einzige Unterschied: Durch die Feuchtigkeit der Pflanzen, kann es bei Kräutersalz aus frischen Kräutern zur Klumpenbildung kommen. Dem Geschmack tut dies aber keinen Abbruch!


Das brauchst du:


  • Grobkörniges Salz und frische Kräuter


Und so geht's:


  1. Kräuter ernten und säubern. Blätter von den Stängeln lösen und fein hacken.
  2. Nun die gehackten Kräuter unter das Salz mischen. Ein gutes Mischverhältnis ist etwa 1 Tasse frische Kräuter auf 1 Tasse Salz.
  3. Das Salz in ein Glas abfüllen, fest verschließen und mind. einen Tag durchziehen lassen.



…einem leckeren Kräuteröl?


Um Kräuter zu konservieren, kannst du sie in Öl einlegen. Ähnlich wie beim Kräutersalz brauchst du für dieses Rezept nicht viele Zutaten. Das Wichtigste ist erst einmal das passende Öl für die ordentliche Basis. Dafür eignen sich neutrale Öle wie z.B. Rapsöl oder Sonnenblumenöl. Auch Olivenöl ist geeignet, ist jedoch etwas geschmacksintensiver.



Dann brauchst du noch:


  • Kräuter: Hier bist du ganz frei in deiner Auswahl. Wir empfehlen einige verschiedene Kräuter miteinander zu kombinieren und so ein richtiges Geschmackserlebnis zu kreieren!


Und so geht's:


  1. Gebe die Kräuter in eine saubere Flasche. Ob du sie kleinschneiden oder im Ganzen verwenden müsstest, bleibt dabei ganz dir überlassen.
  2. Fülle nun das Speiseöl in die Flaschen und achte darauf, dass du damit alle Kräuter vollkommen bedeckst.
  3. Knoblauch, Ingwer oder Chili runden das Ganze ab und machen das Öl noch interessanter!
  4. Schließe die Flaschen luftdicht ab und stelle sie für einen Monate an einen kühlen und trockenen Ort.




… Kräuter trocknen für Tee und andere Rezepte?


Kräuter durch Trocknung haltbar zu machen, ist immer eine gute Idee. Dabei solltest du beachten, dass sich einige Kräuter besser als andere zum Trocknen eignen. Mediterrane Arten wie Oregano, Rosmarin, Majoran, Salbei und Thymian können beim Trocknen sogar an Aroma zunehmen, während andere Kräuter wie Petersilie, Schnittlauch und Melisse nach Möglichkeit frisch verwendet oder eingefroren werden sollten, weil sie beim Trocknen an Aroma verlieren würden.


Und so geht's:


  1. Ernte die gewünschte Menge an frischen Kräutern.
  2. Säubere deine Kräuter mit einer Bürste oder durch Wedeln und binde sie mithilfe eines Garns zu kleinen Bündeln zusammen.
  3. Suche dir einen warmen, windgeschützten und schattigen Ort aus, wo du die Kräuterbündel kopfüber und locker nebeneinander aufhängen kannst. Achtung: Die Kräuter dürfen auf keinen Fall nass werden. In 3-4 Tagen sind deine Kräuter vollständig getrocknet.
  4. Nun kannst du die Kräuter in luftdichte Behälter verpacken und an einen dunklen Ort zur späteren Verwertung aufbewahren.



Diese Kräuter eignen sich bestens zum Trocknen


Lavendel, Majoran, Oregano, Salbei, Thymian, Rosmarin, Kamille, Waldmeister, Bohnenkraut, Pfefferminze, Salbei, Beifuß, Zitronenverbene.


Diese Kräuter verlieren beim Trocknen viel Aroma


Petersilie, Basilikum, Schnittlauch, Dill, Ysop, Zitronenmelisse.


Diese Kräuter schmecken frisch besser


Pimpinelle, Liebstöckel, Sauerampfer, Borretsch, Weinraute, Kresse.




Lust auf Kräuter gekriegt? Bei Die Stadtgärtner gibt es kräftige, robuste Pflanzen auch online zu kaufen. Die Kräuterpflanzen stammen aus nachhaltiger Aufzucht (ohne Einsatz von Pestiziden) direkt aus der Kräuterei in Nordhorn. Neben klassischen Sorten wie Basilikum, Schnittlauch, Petersilie und co. gibt es bei den Stadtgärtnern auch ausgefallene Sorten mit vielen Überraschungen in Duft und Geschmack.


Neben frischen Kräutern kannst du natürlich auch dein eigenes Gemüse anbauen - auch auf dem Balkon! Gutes Gelingen bei den grünen Projekten wünschen dir Die Stadtgärtner und Wayfair.


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