Ratgeber: Alles rund um Teppiche

Herstellungsarten, Materialien und Pflege von Teppichen

Teppichmaterialien


Teppiche bereichern einen Raum nicht nur um Design und Textur, sondern sorgen auch für eine Extraportion Gemütlichkeit und je nach Aussehen auch einen Farbakzent. Darüber hinaus schützen sie die Böden und dämmen Geräusche. Neben Größe und Material beeinflusst auch die Herstellungsart den Preis dieser Multitalente. Sie bestimmt nicht nur die Qualität, sondern auch die Lebensdauer des Teppichs.


Übersicht:



Herstellungsarten von Teppichen


Um dir die verschiedenen Herstellungsarten näherzubringen, haben wir hier wichtige Merkmale auf einem Blick zusammengefasst. Unterschiede bei der Herstellung


Teppiche werden auf zwei Arten gefertigt:


1. Hand- oder maschinengefertigt
2. Getuftet, gewebt, geknüpft, gehäkelt


Diese unterschiedlichen Fertigungsschritte stellen den größten Unterschied zwischen Teppichen dar.


Teppich


Handgefertigte Teppiche


Ein handgefertigter Teppich wird mit viel Mühe und Sorgfalt von erfahrenen Kunsthandwerkern hergestellt. Das Ergebnis ist ein detailreiches und einzigartiges Bodenkleid.


Handgefertigte Teppiche sind Sammlerstücke, die aufgrund ihres hohen Werts und der herausragenden Qualität über Generationen vererbt werden können.


Hier geht's zu handgefertigten Teppichen


Maschinengefertigte Teppiche


Maschinengefertigte Teppiche können in großen Mengen hergestellt werden und punkten daher mit dem Vorteil, eine bestimmte, gleichmaßige Qualität zu garantieren. Zudem sind sie günstiger als handgefertigte Teppiche.


Hier geht's zu maschinengefertigten Teppichen


Getuftet, gewebt oder geknüpft


Mit wenigen Ausnahmen wie etwa Tierfell-Teppiche, ist die Mehrheit aller Teppiche entweder getuftet oder gewebt. Daneben können Teppiche aber auch geknüpft werden. Von Hand geknüpfte Teppiche liegen sowohl bei der Qualität als bei der Langlebigkeit an erster Stelle.


Gewebte Teppiche


Gewebte Teppiche werden auf Webstühlen gefertigt, indem die Garne und das Grundgewebe zu einem Stück zusammengeschnürt werden. Gewebte Teppiche haben eine höhere Qualität als getuftete Teppiche, sind daher luxuriöser und oftmals im höheren Preissegment angesiedelt.


Sie sind bekannt für ihre lange Lebensdauer und können 20 bis 30 Jahre oder noch länger halten. Aufgrund der Herstellungstechnik und des fehlenden Grundmaterials weisen diese Teppiche auf Vorder- und Rückseite das gleiche Design auf. Einige Beispiele für Webteppiche sind Orient-, Kelim- und Dhurrie-Teppiche.


Hier geht's zu Flachgewebeteppichen



Getuftete Teppiche


Das Tufting ist eine Technik, bei der Garnflor durch ein textiles Grundmaterial, das Grundgewebe, gestochen wird. Getuftete Teppiche haben einen eher kräftigen Flor, der mitunter zugeschnitten wird. Diese Teppiche halten gewöhnlich zwischen fünf bis sieben Jahre. Die meisten Teppiche sind getuftet.


Hier geht's zu getufteten Teppichen


Handgetufteter Teppich


Geknüpfte Teppiche


Das Knüpfen eines Teppichs gleicht dem Verknoten zweiter unterschiedlicher Materialfäden. Durch Knoten entsteht bei geknüpften Teppichen die Oberfläche, der sogenannte Flor. Mit einem Kamm werden die Knotenreihen und die Fäden des Grundgewebes fest zusammengeschoben, sodass eine hohe Knotendichte entsteht. Je höher die Dichte, desto höher ist auch die Lebensdauer des Teppichs.


Hier geht's zu geknüpften Teppichen





Teppichmaterialien



Beim Kauf eines Teppichs stellt sich gleich zu Beginn die Frage nach dem Material. Im Hinterkopf solltest du daher auf jeden Fall haben, wo und zu welchem Zweck du den neuen Teppich ausrollen möchtest. Ist er beispielsweise für den Flur vorgesehen, wird Strapazierfähigkeit ganz oben auf der Liste stehen. Im Schlafzimmer bevorzugst du hingegen sicherlich ein Material, das flauschig und angenehm unter den Füßen ist.


Bedenke auch, dass das Material den Stil eines Teppichs beinflusst. Einige Teppiche, wie etwa solche aus Baumwolle oder Jute, sehen von Natur aus eher lässig aus, wohingegen Seiden- oder Chenilleausführungen eine elegantere Atmosphäre erzeugen.


Im Folgenden zeigen wir dir die häufigsten Teppichmaterialien sowie ihre Vor- und Nachteile. Außerdem geben wir dir hilfreiche Tipps für Benutzung und Pflege mit an die Hand.


Wolle



Vorteile:


  • Robuster Flor
  • Wasser- und schmutzabweisend
  • Gute Wärmedämmung
  • Angenehmes Laufgefühl


Gut zu wissen:


Bei Wolle wird zwischen Schur- und Gerberwolle sowie Hoch- und Tieflandwolle unterschieden. Schurwolle stammt vom lebendigen Schaf und ist hochwertiger, Hochlandwolle wird von Tieren in Gebirgen gewonnen und ist ebenfalls von höherer Qualität.


Wollteppiche sind die beste Wahl für Bereiche, die oft benutzt werden, zum Beispiel Wohnzimmer und Flure, denn durch die natürlichen Fette der Schafwolle sind diese Teppiche robust gegen Schmutz und Wasser. Aufgrund der Dehnbarkeit der Fasern bekommen sie außerdem nicht so schnell Druckstellen.


Wolle neigt jedoch dazu, nach einiger Zeit zu fusseln. Sie ist keine gute Wahl für feuchte Räume, da auf Dauer das Material angegriffen wird.


Hier geht's zu den Wollteppichen


Seide



Vorteile:


  • Sehr weiche Oberfläche
  • Feine, reißfeste und hochwertige Fasern


Gut zu wissen:


Seidenteppiche sind besonders hochwertig, da die Produktion der Naturfaser sehr aufwendig ist. Aufgrund der feinen Fasern haben Teppiche aus Seide eine hohe Knotendichte, wodurch Muster präzise eingearbeitet werden können. Der seidige Schimmer entsteht durch die spezielle Oberflächenstruktur und lässt den Teppich besonders edel wirken. Je nach Lichteinfall erscheinen dank der Struktur auch die Farben des Teppichs unterschiedlich.


Seide ist feuchtigkeitsempfindlich und weniger strapazierfähig als etwa ein Wollflor.


Leder



Vorteile:


  • Sowohl weich als auch strapazierfähig Schmutzabweisend
  • Leicht zu reinigen
  • Jedes Einzelteil ein Unikat


Gut zu wissen:


Mit einem Lederteppich folgst du dem Gedanken der Nachhaltigkeit, denn er ist nicht nur besonders langlebig, sondern als reines Naturprodukt auch biologisch abbaubar.


Meist sind Lederteppiche als Tierhaut erhältlich, können aber auch durch das Vernähen oder Weben von Leder- und Velourslederstreifen hergestellt werden. In diesem Fall erhalten sie ein steppdeckenähnliches Aussehen. Manchmal sind die Lederbänder so verarbeitet, dass ein Teppich entsteht, der einem groben Wollteppich ähnelt.


Vermeide die Nutzung von Lederteppichen in klammen oder feuchten Räumen.


Hier geht's zu Rindsleder- & Kuhhautteppichen


Chenille


Vorteile:


  • Dickes, stark gedrehtes Garn
  • Hoher Flor


Gut zu wissen:


Chenilleteppiche sind weich wie Seide und punkten mit ihrer samtigen Oberfläche. Das Garn verdankt seinen Namen dem französischen Wort für Raupe, denn ist ist mit feinen, kleinen Härchen übersät.


Aufgrund seiner flauschigen Oberfläche eignet sich Chenille weniger für oft genutzte Durchgangsbereiche.


Jute



Vorteile:


  • Naturpflanzenfaser
  • Sehr fest


Gut zu wissen:


Das legere Aussehen dieser Naturfaserteppiche eignet sich besonders für Wohnungen im Strand- oder Ferienhausstil. Jute ist im Gegensatz zu Sisal oder Seegras das gröbste und festeste der drei Naturmaterialien, schmeichelt dafür den Füßen am wenigsten, da es sehr rau ist.


Sisal



Vorteile:


  • Naturpflanzenfaser
  • Sehr fest


Gut zu wissen:


Ähnlich wie Juteteppiche vermitteln auch Teppiche aus Sisal ein Gefühl wie in einem Strandhaus. Die Fasern werden aus den fleischigen Blättern der Sisalagave gewonnen und sind weicher und feiner als Jutefasern. Die Struktur ist dennoch fransig und seilartig.


Hier geht's zu Jute- & Sisalteppichen


Seegras


Vorteile:


  • Naturpflanzenfaser
  • Sehr fest


Gut zu wissen:


Seegras ist glatter und etwas nachgiebiger als Jute und Sisal. Es kann leicht gereinigt werden, ohne dass unschöne Wasserflecken zurückbleiben.


Bambus


Vorteile:


  • Strapazierfähig
  • Biegsam
  • Biologisch abbaubar
  • Allergikergeeignet


Gut zu wissen:


Obwohl sie nicht dieselbe Wärme oder Dämpfung wie Stoffteppiche bieten, sind Bambusteppiche (eigentlich flache, hölzerne Matten) eine pfiffige Lösung für das Auslegen auf Fliesen, um eine schöne Holzoptik zu erzeugen. Bambus hält über viele Jahre und eignet sich daher für Bereiche, die häufig begangen werden, etwa hinter der Eingangstür.


Je nach Ausführung ist Bambus jedoch etwas aufwendiger zu reinigen.


Schaffell



Vorteile:


  • Besonders weich und flauschig
  • Warm


Gut zu wissen:


Schaffell wirkt wärmeregulierend, da die feinen Fasern der Schafwolle eine natürliche Isolierung bieten. Daher findet es häufig in Schlaf-, Baby- und Kinderzimmern Verwendung. Doch auch in Wohnzimmern und vor Kaminen schafft es ein gemütlich-kuscheliges Ambiente und kann etwa über dem Sofa arrangiert werden.


Schaffelle wirken antibakteriell und sind auch für Allergiker gut geeignet. Zur Pflege empfiehlt sich eine professionelle oder chemische Reinigung.


Hier geht's zu Schaffellteppichen


Polyester



Vorteile:


  • Einfach zu reinigen
  • Lange Haltbarkeit
  • Farbecht und schmutzresistent


Gut zu wissen:


Teppiche aus Synthetikfasern wie Polyester erwecken den Eindruck, als seien sie aus Woll- oder hochqualitativen Fasern gewoben. Dennoch sind sie viel kostengünstiger. Sie sind eine hervorragende Wahl für Keller- und Waschräume sowie Kinderzimmer. Einzig beim Fühlen des Materials fällt auf, dass es nicht an die Hochwertigkeit von Naturfasern herankommt.


Da Teppiche aus Polyester sehr lichtbeständig sind, wirst du lange Freude an deren Farbintensität haben. Für das Badezimmer sind sie ideal, da sie schnell trocknen.


Polypropylen



Vorteile:


  • Äußerst schmutzresistentest und farbecht
  • Sehr strapazierfähig


Gut zu wissen:


Polypropylen ist das Material, aus dem meist Teppiche hergestellt werden, die sowohl für den Innen- als auch den Außenbereich geeignet sind. Eine kluge Wahl sind diese Teppiche unter einem Esstisch, da sie leicht zu reinigen sind. Teppiche aus Polypropylen sind wasserabweisend und müssen daher auf eine spezielle Art gefärbt werden. Dadurch verblassen ihre Farben nicht.


Da das Material relativ dünn ist, können die Polypropylenfasern mit der Zeit stellenweise zerdrückt werden.


Hier geht's zu Polyester- & Polypropylenteppichen





Teppichpflege: Tipps & Tricks


Die beste Methode, die Lebensdauer deines Teppichs zu verlängern, ist eine gute Pflege. Einen ersten Blick solltest du dafür auf das Etikett an Ihrem Teppich werfen, das über spezielle Reinigungshinweise informiert. Im Folgenden haben wir für dich drei universelle Tipps zusammengestellt, die du bei jedem Modell anwenden kannst. Beherzigst du diese einfachen und doch effektiven Tipps, wirst du lange Freude an deinen Teppichen haben. Einen ausführlichen Guide zur Reinigung unterschiedlicher Teppichmaterialien findest du hier.


Absaugen oder Ausschütteln


Unerlässlich ist regelmäßiges Absaugen oder Ausschütteln, damit dein Teppich sauber bleibt und seine Festigkeit behält. Schmutzpartikel in den Teppichfasern wirken wie Abriebmittel, die den Teppich mit der Zeit ruinieren. Wichtig ist diese einfache Maßnahme auch, um Allergien vorzubeugen.



Wenden


Das Wenden deines Teppichs alle sechs Monate verhindert eine ungleichmäßige Abnutzung durch Gehspuren und das Gewicht von Möbeln.


Teppichunterlagen


Die praktischen Unterlagen sollten unter keinem Teppich fehlen. Sie verhindern nicht nur, dass dein Teppich rutscht, sondern verlängern auch seine Lebensdauer und schonen deine Böden. Teppichunterlagen verleihen deinem Teppich mehr Polsterung, verhindern ungleichmäßige Abnutzung und helfen, Geräusche zu dämmen. Offen gewebte Anti-Rutsch-Teppichunterlagen sind dünn und eignen sich daher ideal für dickere Teppiche, die unter eine Tür passen sollen.


Eine gesenkte Teppichunterlage verbessert die Haftung eines Teppichs, der auf Teppichboden liegt. Eine Filzunterlage ist die dickste Variante und sehr weich.


Tipp: Du fragst dich, welches die richtige Größe für eine Teppichunterlage ist? Wähle eine Unterlage, die ein paar Zentimeter kleiner als der Teppich ist oder kürze diejenigen, die du bereits besitzt.


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